Die Kirchen der Stadt
Heilig-Geist-Kapelle
Die Hospitals- oder Heilig-Geist-Kapelle, an einer steinernen Brücke über den Mühlengraben westlich vor der Neustadt gelegen, ist in zweifacher Hinsicht von besonderem Interesse für die Geschichte Fritzlars. Die Fritzlarer Bürgerschaft baute hier 1308 ein städtisches Hospital mit Kirche und große Teile der Baulast wurden durch Zuwendungen reicher Fritzlarer Stiftsherren aufgebracht. Somit ist diese kleine Kapelle von großer sozial- und medizingeschichtlicher Bedeutung.
 
Da nach der Reformation hier einer der ersten protestantischen Pfarrer tätig gewesen ist, ist die Kapelle auch religionsgeschichtlich von Bedeutung.
Von der Kirche stehen nur noch der Chor und ein Vorjoch, eine nördliche Nebenkapelle die nach 1404 errichtet und von Hapello Katzmann d. Ä. gestiftet wurde, sowie nach Osten und Norden gotische Maßwerkfenster. Das eigentliche Kirchenschiff könnte bereits
während des 30jährigen Krieges abgebrochen worden sein. Nur die Ummauerung belegt dem Umfang des niedergelegten Schiffs. Von den sechs Altären gibt es heute keinen mehr.

Ein neugotischer Altar steht in der Mitte des Chores. Er zeigt links die Verkündigung Mariens und rechts die Taufe Christi am Jordan durch Johannes. Die reichhaltige, neugotische Wandbemalung zeigt unter anderem die hl. Elisabeth, sowie St. Wigbert den ersten Abt des Fritzlarer Klosters.